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Ratgeber · 7 Minuten Lesezeit

Was kostet die Fahrzeugwäsche im Autohaus wirklich?

Fragt man im Autohaus, was eine Fahrzeugwäsche kostet, kommt meistens eine Zahl zurück, die auf Wasser, Strom und Chemie beruht. Diese Zahl ist fast immer zu niedrig – nicht weil jemand falsch rechnet, sondern weil die teuersten Posten in anderen Kostenstellen liegen.

Dieser Beitrag zeigt, aus welchen acht Positionen sich die Vollkosten je gewaschenem Fahrzeug zusammensetzen und wie Sie für Ihren eigenen Betrieb eine belastbare Zahl ermitteln. Die Beispielwerte sind bewusst als Platzhalter gekennzeichnet: Setzen Sie Ihre eigenen ein.

Zuletzt aktualisiert am 18.09.2026 · Rewasit Redaktion

Der Denkfehler

Verbrauchskosten sind der kleinste Teil.

Wasser, Strom und Reinigungsmittel lassen sich leicht messen, deshalb landen sie in jeder Kalkulation. Sie machen aber selten mehr als ein Fünftel der tatsächlichen Kosten aus.

Der größte Block ist Arbeitszeit – und die taucht in keiner Wasserrechnung auf, weil sie in der Aufbereitung, im Verkauf oder in der Werkstatt gebucht wird. Genau deshalb wirkt die interne Wäsche billiger, als sie ist.

Die acht Positionen

Was in die Rechnung gehört.

Nehmen Sie sich Ihre eigenen Zahlen und gehen Sie die Liste durch. Alles wird auf ein einzelnes gewaschenes Fahrzeug heruntergebrochen.

  • 1. Direkte Arbeitszeit

    Wie lange braucht ein Mitarbeiter je Fahrzeug, inklusive Vorbereitung und Abledern? Multiplizieren Sie mit dem Vollkostensatz – nicht mit dem Stundenlohn. Der Vollkostensatz enthält Lohnnebenkosten, Urlaub, Krankheit und Arbeitsplatzkosten und liegt typischerweise deutlich über dem Brutto.

  • 2. Wegezeiten

    Fahrzeug holen, zur Anlage bringen, nach der Wäsche zurückstellen, Schlüssel suchen. Diese Minuten fallen bei jedem Fahrzeug an und werden fast nie erfasst.

  • 3. Opportunitätskosten

    Die entscheidende Frage: Was hätte dieser Mitarbeiter in derselben Zeit sonst getan? Ein Aufbereiter, der Bestandsfahrzeuge wäscht, arbeitet nicht an einem verkauften Fahrzeug – das ist verlorene Wertschöpfung, nicht nur Lohnkosten.

  • 4. Wasser und Abwasser

    Frischwasserpreis plus Abwassergebühr. In vielen Kommunen ist die Abwasserseite die teurere von beiden.

  • 5. Energie

    Strom für Pumpen, Gebläse und Bürsten; bei beheizten Anlagen zusätzlich Wärme. Der Anteil steigt im Winter deutlich.

  • 6. Chemie

    Vorreiniger, Shampoo, Felgenreiniger, Trocknungshilfe. Pro Fahrzeug klein, über den Jahresbestand hinweg relevant.

  • 7. Anlage und Wartung

    Abschreibung, Wartungsvertrag, Bürstenwechsel, Reparaturen, Stillstandszeiten. Teilen Sie die Jahreskosten durch die tatsächlich gewaschenen Fahrzeuge – nicht durch die Kapazität.

  • 8. Risiko und Nacharbeit

    Lackkratzer durch Bürsten, abgerissene Antennen, verkratzte Felgen, Wasserflecken, die poliert werden müssen. Schätzen Sie, wie viele Fälle Sie pro Jahr haben, und verteilen Sie die Kosten auf alle Wäschen.

Beispielrechnung

So sieht das in der Tabelle aus.

Die folgenden Werte sind Platzhalter, keine Branchendurchschnitte. Sie dienen nur dazu, die Struktur der Rechnung zu zeigen. Ersetzen Sie jede Zeile durch Ihre eigene Zahl.

PositionIhre GrößeBeispielwert
1. Direkte ArbeitszeitMinuten × Vollkostensatzeintragen
2. WegezeitenMinuten × Vollkostensatzeintragen
3. Opportunitätskostenentgangene Aufbereitungsleistungeintragen
4. Wasser + AbwasserLiter × Preis je m³eintragen
5. EnergiekWh × Arbeitspreiseintragen
6. ChemieJahresverbrauch ÷ Wäscheneintragen
7. Anlage + WartungJahreskosten ÷ Wäscheneintragen
8. Risiko/NacharbeitSchadensfälle ÷ Wäscheneintragen
Vollkosten je FahrzeugSumme 1–8= Ihre echte Zahl

Wichtig ist der Nenner: Teilen Sie immer durch die tatsächlich gewaschenen Fahrzeuge eines Jahres, nicht durch die Zahl, die theoretisch möglich wäre. Eine Anlage, die zur Hälfte stillsteht, verdoppelt ihren Kostenanteil je Wäsche.

Der zweite Fehler

Nicht gewaschene Fahrzeuge kosten auch.

Die Vollkostenrechnung beantwortet nur die halbe Frage. Die andere Hälfte ist: Was kostet es, dass ein Teil des Bestands eben nicht regelmäßig gewaschen wird?

Diese Kosten stehen auf keiner Rechnung, sind aber real: Ein verstaubtes Fahrzeug wird seltener angesehen und schlechter fotografiert. Standzeit kostet Kapitalbindung und drückt den erzielbaren Preis. Eingebrannter Vogelkot bedeutet eine Politur, die vorher nicht nötig gewesen wäre. Und ein Kunde, der über eine staubige Fläche geht, bildet sich ein Urteil über den Betrieb, bevor er mit jemandem gesprochen hat.

Sichtbare Kosten

Arbeitszeit, Wasser, Strom, Chemie, Anlage – messbar, aber über mehrere Kostenstellen verteilt und deshalb selten zusammengezählt.

Unsichtbare Kosten

Standzeit, Lackschäden durch verspätete Reinigung, schwächere Inseratsfotos, Aufbereiter, die am Bestand statt am verkauften Fahrzeug arbeiten.

Der Vergleich

Wann sich ein externer Dienstleister rechnet.

Sobald Sie Ihre Vollkosten je Fahrzeug kennen, ist der Vergleich einfach: Ein externer Anbieter nennt einen festen Preis je gewaschenem Fahrzeug. Diese Zahl stellen Sie neben Ihre Summe aus den acht Positionen.

Zwei Dinge sollten Sie dabei beachten. Erstens: Vergleichen Sie Vollkosten mit Festpreis, nicht Festpreis mit Verbrauchskosten – sonst vergleichen Sie zwei verschiedene Dinge. Zweitens: Der externe Preis ist variabel. Er fällt nur an, wenn tatsächlich gewaschen wurde, während Anlage und Personal auch in schwachen Monaten kosten.

Wie das bei Rewasit konkret aussieht, steht auf der Seite Mobile Fahrzeugwäsche für Autohäuser. Wenn Sie den Vergleich an Ihren eigenen Fahrzeugen sehen möchten: Die Probewäsche ist kostenlos.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Als Faustregel liegt er deutlich über dem Bruttostundenlohn, weil Lohnnebenkosten, bezahlte Abwesenheit und Arbeitsplatzkosten hinzukommen. Den genauen Satz für Ihren Betrieb kennt Ihre Buchhaltung – fragen Sie danach, bevor Sie rechnen.

Weil der Mitarbeiter ohnehin bezahlt wird und die Frage nicht lautet, ob er Geld kostet, sondern woran er arbeitet. Eine Stunde am Bestandsfahrzeug ist eine Stunde, die in der Aufbereitung eines verkauften Fahrzeugs fehlt.

Ja, mit einem Unterschied: Bei kleinem Bestand verteilen sich die Fixkosten der Anlage auf weniger Wäschen, der Kostenanteil je Fahrzeug steigt also. Die Struktur der Rechnung bleibt dieselbe.

Wir arbeiten mit einem festen Preis je gewaschenem Fahrzeug, der sich nach Bestandsgröße, Standort und Intervall richtet. Eine pauschale Zahl wäre unseriös – nach einem kurzen Gespräch und der Probewäsche nennen wir Ihnen einen konkreten Preis.

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